Multimodaler Transport senkt CO2-Ausstoß

written by IFCO SYSTEMS, 20th Oktober 2020, in Stories

Im Rahmen seiner kontinuierlichen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit und Lieferketteneffizienz hat IFCO getestet, welche Vorteile sich durch den Transport leerer IFCO RPCs per Bahn nach Spanien ergeben. Woche für Woche werden damit viele Tonnen an CO2-Emissionen eingespart. Jetzt haben wir vor, unseren Schienenversand zu verdoppeln – und damit auch unsere CO2-Einsparungen.

Wie viel ist eigentlich eine Tonne CO2?

Die meisten Menschen können sich das nur schwer vorstellen. Diese Menge Kohlendioxid könnte 204.000 Luftballons oder eine riesige Blase mit zehn Metern Durchmesser füllen, was der Höhe eines zweistöckigen Gebäudes entspricht. Die Senkung der CO2-Emissionen ist einer der Gründe, warum IFCO seit 2018 seine leeren, wiederverwendbaren Kunststoffbehälter (RPCs) jede Woche per Bahn von Deutschland nach Spanien transportiert. Nach dieser Testphase können wir heute berechnen, dass beim Schienenversand von IFCO RPCs nach Spanien pro Sendung 1.012 kg weniger CO2-Emissionen anfallen. Wir planen im Rahmen unserer multimodalen Transportstrategie in diesem Jahr die Bahnstrecken zu verdoppeln und damit zweimal so viele CO2-Einsparungen zu erzielen.

Der multimodale Transport bedient sich grundsätzlich zweier Transportwege: Straße und Schiene. Beide werden vom gleichen Logistikunternehmen organisiert. Und so sieht es im Detail aus: Jede Woche werden die Sendungen – sprich: ganze Wagenladungen – mit IFCO RPCs von Hessen nach Luxemburg gefahren. Dort werden die Frachtcontainer mit Kränen von den Lkws gehoben, auf den Zug geladen und ins über 1.000 Kilometer entfernte spanische Valencia gebracht. Hier setzen die Frachtcontainer mit den IFCO RPCs ihre Reise zu den Verteilerzentren und Einzelhändlern per Straßentransport fort.

Ergebnisse des multimodalen Transports nach Spanien

„Derzeit schicken wir etwa 15.000 RPC-Sendungen pro Jahr von Deutschland nach Spanien", sagt Anastasios Papadopoulos, Leiter des IFCO Assetmanagements für Europa. „Wir wollten die multimodale Methode testen, um festzustellen, ob die Lieferzeiten nach Valencia mit der Bahn – rund 72 Stunden – ähnlich sind wie beim reinen Straßentransport", erklärt er. „Und tatsächlich, der multimodale Transport hat sich bewährt. Es lief so gut wie alles genau nach Plan, und wir konnten 100 Prozent unserer Testsendungen pünktlich anliefern."

Gründe für den Test des multimodalen Transports

Da Züge pro Tonnenkilometer weniger Kraftstoff verbrauchen als Straßenfahrzeuge, ist der Versand auf dem Schienenweg gegenüber der Straßenfracht die umweltfreundlichere Alternative. Papadopoulos führt die drei wichtigsten Ziele der IFCO Testläufe an:

1) Erstens sollte CO2 eingespart werden.

2) Außerdem wollten wir die Lkw-Ladekapazität optimal auslasten.

3) Und zu guter Letzt stehen dem Schienentransport keine Lenkzeitbeschränkungen im Wege.

Er fügt hinzu, dass zwar viele Firmen aus ökologischen Gründen umweltfreundlichere Verfahren ausprobieren, aber sie auch zu übernehmen, könnte dazu beitragen, die Logistikkosten unter Kontrolle zu halten.

Früh beginnen und empirische Daten erheben

Die Debatte über den Klimawandel verschärft sich, und wir werden alle unseren CO2-Ausstoß senken müssen. Die Logistikbranche könnte schon bald Geldbußen zahlen müssen, falls die Fahrzeuge mit Diesel fahren oder einen hohen CO2-Ausstoß aufweisen. Eine Anhebung der CO2-Steuer führt für Transportunternehmen zu höheren Kraftstoffkosten.

Papadopoulos ist überzeugt, dass höhere Kraftstoffkosten oder Geldbußen viele Logistikbetreiber dazu bewegen werden, ihre Frachtladungen zunehmend von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Aus diesem Grund wollten wir einen Vorsprung gewinnen und uns mit der Thematik „multimodaler Transport" auseinandersetzen. Wir wissen jetzt, wie sich diese Vorgänge auf unsere Betriebsabläufe auswirken und verfügen über genügend empirische Daten, um unsere Erkenntnisse zu stützen. Natürlich konzentrieren wir uns auf den Geschäftsbereich, für den wir verantwortlich sind – die Zustellung von IFCO RPCs an Erzeuger und die Rückführung an unsere Servicezentren. Dennoch fühlen wir uns auch verantwortlich dafür, die nachhaltigsten Logistikmethoden anzuwenden und zu empfehlen."

Anzahl der notwendigen Lkws und Fahrer senken

Papadopoulos erklärt, dass IFCO im Hinblick auf kommerzielle Aspekte wie z. B. die Lkw-Kapazität gelegentlich unter Fahrzeugknappheit für die Strecke von Nord nach Süd litt, weil die Logistikbetreiber keine Rückfrachten für ihre Fahrer gebucht hatten. Im multimodalen Transport wird nur der Container des Lastwagens mit dem Zug verschickt. Die Situation wird dadurch erleichtert, denn jeder Zug holt 40–50 Lkws von der Straße. Damit bietet der Bahntransport auch eine Alternative zu den in Europa streng regulierten Lenkzeiten. „Durch den Schienentransport können wir den längsten Teil der Strecke ohne Fahrer zurücklegen", berichtet er.

Es gibt noch andere Geschäftsfaktoren, die den Bahntransport attraktiv machen. Logistikbetreiber sehen, dass die Lieferfristen zuverlässiger sind, weil die Bahnfracht im Gegensatz zum Straßentransport kaum Beeinträchtigungen durch Staus oder schlechtes Wetter unterliegt. Auf dem Schienenweg fällt keine Straßenmaut an und es kommen weniger Verkehrsunfälle vor, was weniger Gefahr für Fahrer und Güter bedeutet. Die Produkte erleiden allgemein auch weniger Transportschäden als bei der Beförderung auf unebenen Straßen.

Steigerung der Kosteneffizienz

Ein effizienter, zuverlässiger Transport von IFCO RPCs nach Spanien führt zudem zu schnelleren Belade- und Umschlagszeiten und damit zu günstigeren Lieferungen von frischen Erzeugnissen. Spanien exportiert mit etwa 13 Millionen Tonnen frischem Obst und Gemüse pro Jahr rund 10 Prozent der weltweit gehandelten frischen Erzeugnisse. Über 90 Prozent der spanischen Frischwarenexporte – wie Zitrusfrüchte, Weintrauben, Tomaten und Gurken – werden nach Europa geliefert. Das heißt im Umkehrschluss, dass große Mengen an IFCO RPCs nach Spanien geschickt werden müssen. „Wir haben uns für die Strecke Deutschland–Valencia entschieden, weil sie besonders stark frequentiert ist", sagt Papadopoulos.

Zur Ladekapazität ist vielleicht noch zu sagen, dass sich die platzsparenden IFCO RPCs auf ein besonders flaches Profil von nur 28 mm zusammenklappen lassen. Durch diese geringen Maße bringt man mehr RPCs auf den Paletten unter, was wiederum die Kosteneffizienz steigert und die Umweltbelastung senkt – beim Schienentransport noch mehr.

Ausweitung des multimodalen Transports auf andere Strecken

Kurzum: Es ist vorteilhaft für die Umwelt und die Effizienz der Lieferkette, wenn IFCO RPCs mit der Bahn befördert werden. Um diese Transportmöglichkeit aufzubauen, hat sich IFCO die Erfahrungen des internationalen Logistikunternehmens GEODIS zunutze gemacht. „Wir sind sehr stolz, dass wir IFCO bei der ehrgeizigen Emissionssenkung unterstützen können", sagt Stefan Ködel, Transportdirektor, Kontraktlogistik Deutschland bei GEODIS.

Nachdem die Pionierarbeit und die Testphase abgeschlossen sind, kann IFCO jetzt sein Serviceangebot erweitern. „Am wichtigsten war es, den ersten Schritt zu wagen", fügt Papadopoulos hinzu. „Denn jetzt können wir die tatsächlichen Vorteile verifizieren und quantifizieren." IFCO wird seine Erfahrungen weitergeben und auch seine Lieferanten auffordern, diesen Schritt zu gehen. 2020 werden wir mindestens eine weitere Bahnstrecke hinzufügen und unsere CO2-Einsparungen somit verdoppeln. Durch die fortgesetzte Erweiterung des multimodalen Transports in den kommenden Jahren möchten wir einen bedeutenden Teil der IFCO RPCs mit der Bahn transportieren.

„Was mir am multimodalen Transport besonders gut gefällt: Dass es den Kunden gar nicht auffällt, ob die IFCO RPCs über die Straße, die Schiene oder über eine Kombination aus beiden zu ihnen gelangen", freut sich Papadopoulos. „Sie müssen nichts umstellen, keine Lieferverzögerungen in Kauf nehmen und keine zusätzlichen Formulare ausfüllen. Ihr ökologischer Fußabdruck wird schlicht und ergreifend kleiner, genau wie unser eigener – ganz ohne Mehraufwand für unsere Kunden."

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