Verpackungsinnovationen für den Handel 4.0

written by IFCO SYSTEMS, 24th November 2020, in Lebensmittelsicherheit Stories

Wie frisch ist dieses Erzeugnis? Wie wurde es befördert? Wo kommt es her? Bald schon könnten Etiketten die Antworten darauf liefern. Auf dem Weg des Lebensmittels vom Erzeuger zum Verbraucher können eindeutige Kennzeichnungen auf IFCO Mehrwegbehältern Daten über jeden Transport erheben und speichern. Die Transparenz steigt, die Kosten sinken.


"Hallo! Sieh mich an! Ich komme frisch aus der sonnigen Region Valencia im Süden von Spanien. Ich bin schön prall und saftig, und während meines Wachstums wurden nur unbedingt nötige Pflanzenschutzmittel verwendet. Ich bin vor einer Woche geerntet worden, Dann bin ich in einen umweltfreundlichen wiederverwendbaren Kunststoffbehälter verpackt und bei einer optimalen Temperatur von ca. 5 °C gelagert worden. Meine Reise fand überwiegend auf dem Schienenweg statt, um CO2-Emissionen zu senken Und das Beste dabei? Ich bin heute im Angebot!"

Ja, da spricht gerade Ihre Orange. Zumindest ist das die Botschaft auf Ihrer Shopping-App, während Sie durch die Frischwarenabteilung Ihres Supermarkts schlendern. Digitale Technologie ermöglicht eine solche End-to-End-Transparenz.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Vertriebswege verlagert, da sich die Kaufgewohnheiten der Verbraucher kontinuierlich weiterentwickeln. Nach Handel 1.0 (Supermarkt), Handel 2.0 (Hypermarkt) und Handel 3.0 (E-Commerce) ist die Digitalisierung jetzt dabei, die Effizienz in der Lebensmittelbranche zu steigern und den Verbraucher eingehender über seine Lebensmittel zu informieren. Der Handel 4.0 (Multi-/Omnichannel-Vertrieb) ist bereits Realität.

Die meisten großen Lebensmittelhändler haben bereits einen Multichannel-Vertrieb, sprich, sie haben einen oder mehrere Märkte und dazu eine Onlinepräsenz. Beim Omnichannel-Vertrieb werden alle Informationen auf intelligente Weise miteinander verknüpft. Zum Beispiel mit Apps, die auf Sonderangebote zu Produkten hinweisen, in deren Gang man gerade steht, und die die frischen Valencia-Orangen für sich selbst sprechen lassen.

Wegweisender Ansatz

„Ebenso wie sich der Einzelhandel weiterentwickelt hat, haben auch die Verpackungsindustrie für frische Lebensmittel und die IFCO Mehrwegbehälter mehrere Generationen von Veränderungen durchlaufen", erklärt Josh Tailor, Manager Asset Management bei IFCO.

Er fasst diese Änderungen unter den Begriffen Verpackung 1.0 (allgemeine Verpackung), Verpackung 2.0 (wiederverwendbare Kunststoffbehälter) und Verpackung 3.0 (digital, fähig, Informationen zu transportieren) zusammen. Heute haben wir es mit der Verpackung 4.0 zu tun (smart bzw. intelligent, fähig, Informationen auszutauschen).

Mit spezifischen Etiketten lässt sich jeder IFCO Mehrwegbehälter eindeutig kennzeichnen – und das schon seit Jahrzehnten. „1992 haben wir IFCO Steigen eingeführt – und die Verpackung 2.0 ins Leben gerufen. Da wir unsere ersten Behälter bereits mit Track-and-Trace-Funktionen ausgestattet haben, waren wir gleichzeitig technologischer Vorreiter", erklärt er.

Informationen speichern

Auf IFCO Mehrwegbehältern ist die globale Identifizierungsnummer für Mehrwegprodukte (Global Returnable Asset Identifier, GRAI) in zwei Formaten gespeichert. Da ist zuerst einmal ein optisches System mit zweidimensionalem Datenmatrixmuster – landläufig auch QR-Code genannt („QR" steht für „Quick Response", schnelle Reaktion). Ein Scanner entschlüsselt den jeweiligen Code im Musterbild, ähnlich wie eine Seriennummer, und übermittelt ihn an das System.

Das zweite System sendet die Informationen durch die Luft und bedient sich einer Identifizierung durch Radiofrequenzwellen (RFID, radio frequency identification). Ein winziger Funk-Transponder im RFID-Tag sendet digitale Daten, wie z. B. eine Identifizierungsnummer, an das Lesegerät.

Die beiden unterschiedlichen Formate zur Kennzeichnung der IFCO Steigen gewährleisten, dass die unmittelbaren Anforderungen der Lieferkette erfüllt werden. Dabei lassen sie sich flexibel an Kundensysteme und technische Änderungen anpassen, die im Verlauf der langen Lebensdauer unserer Behälter stattfinden.

Track & Trace – die Vorteile der Sendungsverfolgung

Tracking ist die Möglichkeit, Frischwaren in Echtzeit zu verfolgen, und Tracing besagt, dass die Ereignisse bei jedem Schritt in der Lieferkette überwacht werden können. Die Parameter jedes Ereignisses werden gespeichert und entsprechende Daten erhoben. Damit

  • entsteht eine ununterbrochene Informationskette an Transportdaten für IFCO-Kunden,
  • genießen die Käufer mehr Transparenz,
  • sind alle Beteiligten für weitere „intelligente" Entwicklungen gerüstet

Während wir heute noch die Vorteile loben, kann die digitale Technologie schon morgen ganz Neues hervorbringen. Also stand IFCO unter anderem vor der Herausforderung, Formate zu finden, zu entwickeln und zu übernehmen, die auch morgen noch gelesen werden können und die die Informationen während der gesamten Lebensdauer eines Mehrwegbehälters – oft ein Jahrzehnt oder länger – zuverlässig übermitteln.

Kennzeichnungstechnologie verstehen

Taylor hat viele Kennzeichnungssysteme auf Benutzerfreundlichkeit und Anpassungsfähigkeit überprüft. Damit sich jede IFCO Steige eindeutig identifizieren lässt, beruhen unsere Systeme auf zwei unterschiedlichen Technologien. Zum einen auf einem visuellen System – einem Datenmatrixmuster – und zum anderen auf einer Identifizierung mithilfe von Radiofrequenzwellen (RFID), die übertragen werden. Hält doppelt etwa besser?

„Eine solche Kombination erhöht die Wahrscheinlichkeit, mit den verschiedenen Arten von Systemen bei unseren Kunden kompatibel zu sein","erklärt Taylor. „Außerdem könnte ein Datenmatrix-Etikett zerkratzt oder ein RFID-Tag beschädigt werden. Durch den Einsatz von zwei Systemen haben wir immer einen ‚Plan B‘."

Jedem IFCO Mehrwegbehälter wird eine eindeutige Nummer zur Identifizierung zugewiesen, ein sogenannter Global Returnable Asset Identifier (GRAI), vergleichbar mit der Seriennummer eines fertigen Produkts. Der Behälter bleibt anhand dieser Nummer während seiner gesamten Lebensdauer eindeutig identifizierbar. Wie der Name schon sagt, wird die GRAI speziell für Mehrwegartikel verwendet, die zurückgegeben werden sollen, und erlaubt dem Eigentümer des Gegenstandes nachzuverfolgen, wo sich dieser innerhalb des Pooling-Systems befindet.

Vorteile für die Frischwaren-Lieferkette

Das Etikett oder der Code identifiziert jeden IFCO Mehrwegbehälter und erlaubt die Speicherung von Daten. „Erzeuger müssen schon heute ihre Sendungen dokumentieren; dies geschieht zunehmend digital, auch mithilfe der GRAI-Codes unserer IFCO Steigen", berichtet Taylor. „Wer die Ware im Anschluss in Empfang nimmt, muss nur noch das Etikett einscannen, statt alle Daten erneut einzugeben." Und so könnte diese Lieferkette in der Praxis aussehen:

Kennzeichnung

Während des Anbaus und nach der Ernte geben die Erzeuger die Details zur Anbaupflanze bereits digital in ihre Systeme ein. Wird eine bestimmte Sendung mit einer GRAI-Nummer vergeben, weiß man dank der Aufzeichnungen bereits, wie das Erzeugnis angebaut wurde und wann esauf die Reise geht.

Überwachung

Beim Transport von Frischwaren muss die Aufrechterhaltung der Kühlkette gewährleistet bleiben. Der Spediteur überwacht die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Laderaum digital und verknüpft diese Daten schon während des gesamten Transports bis zum Verteilerzentrum mit den IFCO Steigen-Kennungen. Der Spediteur kann von unterwegs Nachrichten absetzen, noch bevor er zum Beispiel mit der Lieferung Valencia-Orangen ankommt.

Automatisierung

Im Warenlager sorgt die Datenidentifizierung für effizientere Abläufe, da die Lageristen den genauen Inhalt ankommender Sendungen schon vorab kennen. Das beschleunigt die anschließende Weiterleitung im Warenlager. Ein automatisiertes System scannt eine Verpackung nach der anderen ein und weist jede Sendung dem richtigen Versandbereich zu oder leitet dringend benötigte oder leicht verderbliche Ware direkt zur Ladezone weiter, dem sogenannten Cross-Docking.

Kennzeichnungen erleichtern auch das Voice-Picking (sprachgesteuertes Kommissionieren), da alle Versanddetails bereits vorliegen. „Man braucht Kennzeichnungen für verschiedene Kommissionierstrategien und -techniken", erklärt Taylor. „Die Lagerlogik kann dann den effizientesten Weg finden, um jeden IFCO Mehrwegbehälter in den Versandbereich zu bringen, von dem aus er ins Geschäft gelangt."

Kommunikation im Handel

Auch die Einzelhändler ziehen einen Nutzen daraus, Daten vorab zu erhalten. Diese intelligente Planung hilft, Abfälle zu senken und unterstützt das FIFO-Konzept (First-In-First-Out), damit immer die frischesten Erzeugnisse im Markt ausliegen. Da die Filialleiter jetzt den genauen Inhalt der eingehenden Behälter kennen und wissen, welche nach- bzw. aufgefüllt werden müssen, lassen sich leere Regale und ausverkaufte Ware vermeiden.

Sind die Erzeugnisse erst einmal im Verkaufsregal, können Produktdaten elektronisch an Preisschilder am Regal übermittelt werden – und sogar an Verbraucher-Apps. Für die Verbraucher wird der Verlauf der Lieferkette vollkommen transparent. Die Orangen erzählen ihnen ihre Geschichte selbst.

Josh Taylor erklärt, dass man die Datenüberwachung auch dazu nutzen kann, die Ursache für unverhältnismäßig viele Schäden oder Diebstähle in jedem Stadium der Lieferkette aufzudecken. Einen weiteren wichtigen Vorteil bietet die Nachverfolgung einzelner leerer IFCO Steigen in unserem Waschverfahren, um sie auf Sauberkeit und Hygiene zu überprüfen.

Daten erheben, Fragen beantworten

wir unter intelligenten oder smarten Verpackungen mehr Logik – nicht die bloße Datenspeicherung. Sie können also nicht nur Muster festlegen (wenn dieser Behälter eintrifft, soll er dorthin geleitet werden), sondern Sie können auch aus ihren Erfahrungen lernen. „Wenn Sie wissen, wie sich IFCO Steigen das letzte Mal verhalten haben, als sie Ihr Lager oder Ihren Markt durchlaufen haben", erläutert Taylor, „können Sie maschinelles Lernen als Hilfe verwenden, um Strategien dafür zu entwickeln, wie die Abläufe beim nächsten Mal schneller und besser werden können. Was Sie dazu brauchen, sind wiederverwendbare Behälter und standardisierte Technologien."

„Obwohl die End-to-End-Sendungsverfolgung in unserer Branche noch nicht stark verbreitet ist, haben wir schon kleine Pools, kleinere Anwendungsfälle, in denen der ganze Weg einer Sendung über RFID verfolgt wird", fügt Taylor hinzu. „Die Digitalisierung wird weiter zunehmen. Also ist der Mehrwegbehälter 4.0 ein Teil der Technik, die wir für unsere Kunden bereitstellen und die zu mehr Transparenz in der Branche führen kann."

Diese Artikel werden Sie auch interessieren

White paper: 6 best practices to create a successful food safety program

mehr erfahren

Schaffung neuer RPC-Generationen durch den IFCO-Innovationsprozess

mehr erfahren

Vertikale Landwirtschaft: Für nachhaltige Lebensmittellösungen geht es in die Höhe

mehr erfahren